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Solidarität mit den Minenarbeitern der Platin-Mine von Marikana!

category südliches afrika | arbeitskämpfe | nichtanarchistische presse author Monday August 20, 2012 12:00author by Abahlali baseMjondolo Report this post to the editors

2010 und 2011 hatten bastatistas vom Wuppertaler Recht auf Stadt Bündnis zweimal Aktivisten und Aktivistinnen der Bewegung der HüttendorfbewohnerInnen – Abahlali baseMjondolo – aus dem südafrikanischen Durban zu Gast, Seither besteht ein guter solidarischer Kontakt nach Südafrika. Nun erreichte uns eine Pressemitteilung von Abahlali baseMjondolo zum grauenvollen Massaker, das die südafrikanische Polizei in der letzten Woche an streikenden Minenarbeitern verübt hat. Für Abahlali baseMjondolo ist laut PM nun endgültig Schluss mit allen illusionen über die ANC-Regierung. Sie erklären, dass sie den Krieg, der gegen die Armen geführt wird, nun annehmen werden.

basta! und das Soli-Komitee Wuppertal erklären auf diesem Weg ihre Solidarität mit den streikenden Minenarbeitern und mit unseren Freunden und Freundinnen von AbM.

Abahlali baseMjondolo sind zutiefst schockiert über die mörderischen Grausamkeit des südafrikanischen Polizei, und derjenigen, die der Polizei den Einsatzbefehl bei der Marikana Platin-Mine im Nord-Westen gaben. Die Ermordung von mehr als 40 Minenarbeitern durch die SAPS ist unmoralisch und bringt eine große Schande über unser Land. Es gab andere Möglichkeiten und viel bessere Möglichkeiten, um mit der Situation umzugehen. Gestern (das war Donnerstag, der 16.08.) wird als ein besonders dunkler Tag in der Geschichte der Unterdrückung in Südafrika in Erinnerung bleiben

Wir möchten unsere Solidarität mit allen Familien der getöteten und verletzten Arbeiter ausdrücken. Wir teilen eure Trauer. ihr seid nicht allein. Wir tragen den Schmerz zusammen. Eure Kinder werden jetzt aufwachsen, ohne ihre Väter zu kennen, aber sie werden nicht alleine aufwachsen. Wir müssen füreinander sorgen und im Kampf für eine Welt, die die Menschen an die erste Stelle setzt und alle Menschen gleich behandelt, zusammenstehen. Wir möchten unsere Solidarität mit allen kämpfenden Arbeitern auszudrücken. Wir vergegenwärtigen alle das gleiche System, das manche Menschen reich und andere arm macht. Und wir stehen alle der gleichen Regierung gegenüber, die unsere Menschlichkeit zurückweist, und uns an den Rand der Gesellschaft drängt, wenn wir uns widersetzen.

Der ANC nimmt keine Rücksicht auf die Menschen in diesem Land. Sie verfrachten uns in Durchgangslager und versuchen, uns in Bantustans (weißer Schmähbegriff für die Homelands) zu halten. Sie lassen uns alleine in unseren Hütten, die Winter für Winter abbrennen. Sie schlagen uns in ihren Polizeistationen. Sie schießen auf uns in den Straßen. Millionen von uns finden keine Arbeit. Eine Regierung, die ihre Bürger tötet, ist unmoralisch und muss von jedem Menschen bekämpft werden. Eine Regierung, die ihre Bürger tötet, hat jedes moralische Recht verloren, zu regieren. Was an der Mine passiert ist, ist nichts anderes als das Morden der Apartheid-Regierung. Es ist nichts anderes als das Massaker von Sharpeville 1960, das 69 Leben gekostet hat. Es ist nichts anders als das Boipotong-Massaker, das 1992 45 Leben kostete.

Millionen von Menschen leiden in ihren Hütten und Millionen leiden mit oder ohne Arbeit Jahr um Jahr. Einige HüttenbewohnerInnen sind Arbeiter, andere sind zu arm, um Arbeiter zu sein. Doch alle haben wir genug gelitten in den Händen der Polizei, in den Händen der Politiker und in den Händen der Reichen. Es war schon immer unsere Anklage, dass wirkliche Freiheit und Demokratie noch immer ein Traum für die Armen und die Arbeiterklasse sind.

Alles, was wir sehen, ist, dass sich die Politiker durch den Diebstahl öffentlicher Mittel bereichern, die eigentlich dazu bestimmt sind, das Leben der Menschen zu verbessern. Alles, was wir sehen, ist, dass die neue Regierung die schlimmste Politik der alten Regierung fortsetzt. Alles, was wir sehen, ist, dass unsere Kämpfe kriminalisiert und unterdrückt werden. Die progressive Mittelschicht kämpft um ihre Freiheit und Demokratie, daie sie im Jahr 1994 erhielten. Wir kämpfen noch immer darum, Freiheit und Demokratie überhaupt zu bekommen.

Mehr als 25 Menschen wurden seit dem Jahr 2000 von der Polizei während der Proteste getötet. Tebogo Mkhonza in Harrismith, Monica Ngcobo in Umlazi und Andries Tatane in Ficksburg sind nur drei von den Leuten, die in in den Straßen durch die Polizei ermordet wurden. Aktivisten wurden gefoltert und ermordet. Unsere Bewegungen, wie die Landlosen-Bewegung und die Bewegung der Arbeitslosen, wurden während der Nacht von bewaffneten Männern angegriffen, die der herrschenden Partei angehören. Monate nach dem Angriff auf unsere Bewegung in der Kennedy Road-Siedlung in Durban 2009 wurden die Häuser unserer führenden Mitglieder an jedem Wochenende öffentlich angegriffen und zerstört, während sich die Polizei weigerte, einzugreifen. Letztes Jahr sagte Jahr Nigel Gumede, der Vorsitzende des Wohnraum- und Infrastrukturkomitees der Gemeinde eThekwini, öffentlich, dass der ANC gegen unsere Bewegung Krieg führt und er drohte damit, S’bu Zikode (der Vorsitzende von AbM) zu töten. Die führenden Leute im ANC (…wie Nigel Gumede) sprechen eine sehr klare Sprache, und der Rest der Menschen folgt. Arme Menschen wurden ermutigt, anzugreifen und einander im Namen von Ethnizität und Staatsangehörigkeit zu töten.

Es ist Zeit zu sagen: Genug! Es ist Zeit, zu sagen: Nicht weiter! Es ist höchste Zeit, dass sich alle fortschrittlichen Kräfte die Hände reichen, um diesem Blutbad Einhalt zu gebieten. Es ist höchste Zeit, dass sich alle fortschrittlichen Kräfte die Hände im Kampf für wirkliche Gerechtigkeit und für echte Demokratie reichen.

Wir müssen erkennen, dass es gegen die Armen in diesem Land einen Krieg gibt. Wir haben diesen Krieg nie gewollt, aber er ist über uns gekommen – heute kann niemand mehr leugnen, dass ein Krieg gegen die Armen geführt wird. Die «roten Ameisen» («Red Ants» – in rote Overalls gekleidete Trupps, die in Südafrika Zwangsräumungen vollziehen) und die Polizei sind nicht dazu da, um den Menschen dienen. Sie sind dazu da, um die Armen aus den Städten zu vertreiben, uns auf den menschlichen Deponien gefangen zu halten und unsere Kämpfe zu verdrängen. Wir müssen aufhören, davon auszugehen, dass die Politiker unsere Genossen sind, wenn sie selber entschieden haben, unsere Feinde zu sein. Wir müssen den Krieg, der über uns gekommen ist, annehmen. Und wir müssen das in einer Weise tun, die die menschliche Würde und die Gleichheit aller an den Anfang und in das Herz unseres Kampfes setzen.

Wir sind uns bewusst über die Gefahren in Südafrika, wenn BürgerInnen für echte Freiheit und Demokratie kämpfen. Aktivisten leben unter schwersten Lebensbedingungen und mit großen Bedrohungen im ganzen Land. Wir wissen von der Zeitbombe, auf der die HüttenbewohnerInnen in diesem Land sitzen. Wir haben immer davor gewarnt – schon in der Zeit als wir anfingen, uns zu organisieren – dass sich die Wut der Armen in viele Richtungen entwickeln kann. Die Gefahren, denen wir gegenüberstehen, können sowohl von der Reaktion der Menschen auf die Unterdrückung, als auch vom Unterdrückungsapparat selber ausgehen.

Es gibt in Südafrika mehr Proteste als sonstwo in der Welt. Aber die Regierung nimmt keine Notiz von den protestierenden Menschen. Sie reagiert mit einer Militarisierung der Polizei. Sie reagiert mit einem Gerede über «dritte Kräfte». Doch es sind die lokalen Parteistrukturen, die bewaffnete Männer in der Nacht losschicken. Die Regierung versucht, unseren Zorn als Kriminalität und Verrat zu diskredietieren – und hinter den Kulissen unterstützt sie die Bewaffneten, die in unsere Hütten eindringen und uns und unsere Familien bedrohen. Wir müssen endlich akzeptieren, dass sich diese Regierung nicht um uns kümmert. Wir zählen nicht mehr auf sie. Denn wenn wir darum bitten, angehört zu werden, werden wir als Kriminelle und Verräter behandelt.

Abahlali baseMjondolo of Western Cape wird zusammen mit Genossen und Genossinnen anderer Organisationenan zum nationalen Parlament in Kapstadt marschieren. «Global Peace and Justice» aus Auckland in Neuseeland wird heute vor der südafrikanischen Botschaft demonstrieren. Unsere Genossen in Kapstadt und New Zealand marschieren mit unserer Solidarität. Wir werden in Durban mit verschiedemen Strukturen unserer Bewegung Gespräche führen, um mit anderen Organisationen und mit den Kirchen unser weiteres Vorgehen zu besprechen.

Wir müssen alle zusammen stehen. Ein Krieg ist zu uns gekommen und wir müssen ihn so kämpfen, dass wir nicht so werden wie unsere Feinde. Wir müssen ihn in einer Weise führen, die Menschlichkeit und niemals Brutalität gegen Brutalität setzt. Sobald unser Kampf so geführt wird, wie ihn unsere Gegner führen, ist alles verloren. Der Krieges ist zu uns gekommen. Wir haben keine andere Wahl als ihn zu führen und uns zu widersetzen. Aber wir werden ihn mit den Mitteln unserer eigenen Politik führen, die eine militante Politik des Volkes ist. Sie beginnt und endet mit der Beachtung der menschlichen Würde.

Sekwanele!
No House! No Land! No Vote!
Everyone Counts

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